Pferde richtig anweiden

Zwischen April und Mai geht sie wieder los – die Weidesaison. Am Anfang gibt es für Ross und Reiter jedoch einiges zu beachten. Da eine gesunde Darmflora bis zu vier Wochen braucht, um sich an die Futterumstellung zu gewöhnen, sollte die Weidezeit täglich nicht um mehr als 15 Minuten gesteigert werden. Zu Beginn muss sich der Pferdemagen nämlich erst wieder an das frische Gras gewöhnen. Die hohen Eiweiß- und Fruktangehalte (Fruktan: Zuckerverbindungen) führen zu einer starken Veränderung der Bakterienzusammensetzung im Magen-Darm-Trakt, was bei zu schnellem Anweiden zu Koliken und Durchfall führen kann. Hier kann z.B. die Gabe von Mash helfen, die Darmflora wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Durch hohe Fruktangehalte steigt zudem die Gefahr von Hufrehe.

Einige Punkte, auf die Pferdebesitzer noch achten sollten:

  • Vor dem Koppelgang sollte schon ausreichend Rauhfutter gegeben werden, damit schon ein gewisses Sättigungsgefühl beim Pferd eingetreten ist.
  • Auch sollte erst bei einer Graslänge von ca. 20-25 cm mit dem Weidegang begonnen werden, da sich die Eiweiß-und Fruktangehalte mit der Graslänge verringern, der Rohfasergehalt steigt
  • Auch die Tageszeit spielt beim Anweiden (morgens oder nachmittags) eine gewisse Rolle, da die Fruktangehalte im Gras zu unterschiedlichen Zeitpunkten auch unterschiedlich hoch sind; hier gibt es jedoch sehr schwankende Angaben und darum sind konkrete Angaben mit Vorsicht zu behandeln

Was auch oft noch unterschätzt wird, ist die tägliche Gabe von Mineralien. Da die Böden oft arm an Mineralstoffen wie z.B. Selen sind, muss hier gegengesteuert werden. Gerade für die Weidezeit haben wir unsere Mineral-Weidetaler entwickelt, die einfach mit auf die Koppel genommen werden können. Bei einem Großpferd (ca. 600 kg) decken 6 – 7 Taler pro Tag bereits den entsprechenden Mineralstoffbedarf.

Wie so oft, gilt auch beim Anweiden, dass jedes Pferd gewisse individuelle Ansprüche hat und man sich ein bisschen ausprobieren muss. Aber grundsätzlich: lieber etwas langsamer an das frische Grün gewöhnen und dadurch Folgeprobleme vermeiden.

 

Bildnachweis: virgonira / stock.adobe.com

Quellen: Natural Horse Care: https://www.natural-horse-care.com, 08 04 21, 10:00 Uhr