Grundregeln der Pferdefütterung

Bei der Fütterung von Pferden gilt es einige Grundregeln zu beachten, die wir nachfolgend kurz erläutern wollen:

  • Heu vor Kraftfutter
  • Salzleckstein
  • Mehrere kleine Mahlzeiten
  • Menge an Stärke
  • Menge an Fett

1. Heu vor Kraftfutter:

Diese Regel gilt als die allerwichtigste in der Pferdefütterung!

Grundsätzlich sollte Raufutter, wie z.B. Heu immer vor dem Kraftfutter gefüttert werden und in diesem Zusammenhang sollte auch immer Weide-und Koppelgang gewährleistet sein. Warum jedoch ist diese Reihenfolge zu beachten? Zum einen um den Appetit des Pferdes zu reduzieren und somit zu vermeiden, dass das Kraftfutter zu gierig gefressen wird. Durch das rohfaserreiche Futter werden die Pferde auch mehr zum Kauen animiert, was wiederum den Speichelfluss erhöht und somit die Verdauung unterstützt, die Magensäure wird gepuffert und es erfolgt eine bessere Schichtung der unterschiedlichen Futterarten im Magen. Auch würde das Kraftfutter wieder unverdaut ausgeschieden. Um diese Effekte zu unterstützen kann man z.B. auch eine Handvoll Luzerneballen unter das Kraftfutter mischen. 

2. Salzleckstein

WICHTIG: Salzlecksteine dürfen niemals frei zugänglich für Saugfohlen sein!

Durch Schwitzen, Speichel, Kot und Urin verlieren Pferde Salz. Haben sie freien Zugang zu einer Natriumquelle, nehmen sie es nach Bedarf auf. Dies kann bspw. durch einen Salzleckstein sein. Grundsätzlich ist der Bedarf bei Pferden mit verschiedenen Belastungsintensitäten sehr unterschiedlich; können normal arbeitende Pferde ihren Natriumbedarf gut durch einen Leckstein decken, muss der Elektrolythaushalt bei Pferden, die sehr hohen Belastungen ausgesetzt sind, durch spezielle Präparate ausgeglichen werden.[1]

Hier empfiehlt sich dann bspw. die Gabe von Minerallecksteinen oder auch Ergänzungsfuttermitteln wie EQUI-Lyt, die im Wasser aufgelöst werden.

3. Mehrere kleine Mahlzeiten

Mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt, entspricht am ehesten dem natürlichen Fressverhalten von Pferden. Da sie sogenannte Dauerfresser sind, sollten Fütterungspausen von mehr als 4 Stunden vermieden werden. Gründe dafür sind die durchgehende Produktion von Magensäure, die dann nicht mehr gepuffert werden kann. Dies wiederum kann zu Schmerzen und im schlimmsten Fall sogar zu Magengeschwüren führen. Zudem sind ihre Verdauungskapazitäten begrenzt; insbesondere die für Stärke, die in vielen Kraftfuttersorten sehr hoch ist. Jedoch ist es nicht immer möglich, mehrmals täglich zu Füttern. Daher sind 2 Mahlzeiten, morgens und abends, das Minimum. Kraftfutter sollte nur auf zwei Mahlzeiten aufgeteilt werden, wenn die Größe der Portion das Maximum von 0,5 kg Krippenfutter / 100 kg LG / Mahlzeit nicht überschreitet. Besser sind tatsächlich 3 Rationen. Grundsätzlich sollte immer genügend Raufutter zur freien Verfügung stehen.

Außerdem zu beachten: Nach der Kraftfutterfütterung 1h mit dem Reiten bzw. der Bewegung warten ABER auch nie mit leerem Magen trainieren. Heu kann vor dem Training jederzeit gefüttert werden und bereitet keinerlei Probleme, sondern fördert die Verdauung.

4. Menge der Stärke in der Fütterung

Stärke ist ein Energielieferant und sollte immer in Abhängigkeit von der Leistungsbeanspruchung gefüttert werden. Hier unterscheidet man zwischen leichter, mittlerer und schwerer Arbeit. Die meisten Freizeitpferde leisten nur leichte Arbeit, was in etwa mit 1 Stunde täglichem Reiten gleichzusetzen ist. Hier sind Heu, Gras und Mineralfutter ausreichend, um den Energiebedarf dieser Pferde zu decken. Mittlere Arbeit ist wie folgt definiert: 120 min Reiten täglich mit mindestens 70 min Schritt, 30 min Trab und 20 min Galopp. Schwere Arbeit wird überhaupt nur von Hochleistungspferden in Wettkampfzeiten geleistet! (wie beispielsweise von Rennpferden) Die meisten Pferde sind energetisch überversorgt, weil ihr Bedarf oft falsch eingeschätzt wird.

Stehpferde sollten keine zusätzliche Stärke bekommen, nur Heu, Wasser und getreidefreies Futter. Hier bieten sich bspw. Wiesencobs an. Pferde mit Verdauungskrankheiten und Pferde in leichter Arbeit sollten auch nicht zu viel Stärke bekommen. Überversorgung kann zu erheblichen Verdauungsstörungen und weiteren Schäden führen.

Grundsätzlich wird Stärke eher schlecht verdaut. Bis zu 1 g Stärke / kg LG und Mahlzeit und bis zu 2 g Stärke / kg LG und Tag sind hier ausreichend. Schon kleinere Mengen können bei zu wenig Bewegung zu Gesundheitsstörungen führen.[1]

5. Menge an Fett in der Fütterung

Fett kann einen Teil der Energie ersetzen, die sonst in Form von Stärke durch Getreide zur Verfügung steht. Im Vergleich dazu ist Fett auch ein schnellerer Energielieferant. Für Pferde einzig geeignet sind Pflanzenöle, sie können stärkereiche Futtermittel teilweise ersetzen. Weitere Vorteile von Pflanzenölen sind die Unterstützung der Verdauung, die Gefahr von Verstopfungen wird verringert, die Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen und ihren Vorstufen verbessert und das Immunsystem gestärkt. Empfohlen wird die Gabe von nicht mehr als 1 g Fett / kg LG / Tag.[1]

Hier empfiehlt sich das Omegalin PUR, was zudem positive Effekte auf Fell, Haut und Darm hat und auch sehr gut zum Auffüttern von schwerfuttrigen Pferden geeignet ist.


[1]

: Karp, Hans-Peter, 2018, Gesunde Pferdefütterung: Aktuelle Empfehlungen der Gesellschaft für Ernährungsphysiologie, 1. Auflage, Müller Rüschlikon

 

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