In den Startlöchern - Christinas Blog für Milchviehhalter!

Hallo Ihr Lieben!

„Der alte Winter in seiner Schwäche zog sich in raue Berge zurück. Von dorther sendet er, fliehend, nur ohnmächtige Schauer körnigen Eises in Streifen über die grünende Flur…“ aus dem Osterspaziergang J. W. v. Goethe 

Ich liebe dieses Gedicht! Es beschreibt so schön diese Jahreszeit. Wenn wir heute aus dem Fenster schauen, zeigt sich der April von seiner typischen, launischen Seite wobei so einige von uns das Gefühl haben, die Kapriolen sind extremer geworden.

Wir stehen in den Starlöchern. Der Mais hat noch etwas Zeit. Plötzliche Kälteeinbrüche mag die Jungpflanze überhaupt nicht. So haben wir die Erfahrung gemacht, dass Mais, der einen Monat später gelegt wurde, oft früher gelegte Bestände in Qualität und Ertrag überholt, wenn er keine Kälteeinbrüche verkraften musste. Für den Mais ist die Bodentemperatur entscheidend. 8-10 °C sollten es schon sein. Danach möchte er eine lange Schönwetterperiode.

Beim Grünland sind die Vorbereitungen je nach Lage schon in vollem Gange. Wir legen den Grundstein für das neue Futterjahr. Jetzt ist der Zeitpunkt für die Planung. Eine sinnvolle Frage ist: Wie gestalte ich meine Silos, um mindestens 1,5 m Vorschub pro Tag zu gewährleisten? Nach Dr. Pieper dringt die Luft vom Anschnitt ca. 1,5 m pro Tag in den Silostock ein und führt dort zu Qualitätsminderung und Verderb. Um das zu vermeiden, sollte der Vorschub im Silo also schneller sein. Zu diesem Thema findet Ihr weitere, wertvolle Hinweise in unserem Artikel zur Grassilierung.

Weitere Fragen sind: Wie stelle ich meine Silos so zusammen, das Qualitätsschwankungen möglichst gering ausfallen? Wie kann ich dazu verschiedene Flurstücke geschickt kombinieren? Wann ist für den Bestand der optimale Schnittzeitpunkt? Zu dieser Frage könnt ihr Euch auch noch einmal meinen Artikel „Ein ganzes Jahr Erfolg“ vom Frühjahr 2020 anschauen.

Interessant ist auch die Frage: Wie passe ich meine vorhergehenden Arbeitsgänge an die Befüllung des Silos an? Wir kennen die Situation alle: morgens ist das Erntegut noch feucht, gegen Nachmittag nimmt die Trockenmasse zu. Die Silos haben dann Lagen mit unterschiedlichen Trockenmassen. Qualitätsschwankungen bei der Fütterung sind so nicht auszuschließen. Oder an einem Tag wird gemäht und über wie viele Tage wird dann abgefahren? Kommt das Team auf dem Silo mit Walzen hinterher? Ist eine gleichmäßige Verdichtung gewährleistet? Bei Trockenmassegehalten, der fertigen Silage, zwischen 35 und 38% TM lässt sich das Silo optimal verdichten und konservieren. Ihr benötigt später weniger oder kein zusätzliches Wasser in der Ration und die Kraftfutterpartikel binden sich durch die Feuchtigkeit besser an die Grobfutterpartikel. So wird den Kühen die Futterselektion erschwert.  

Außerdem führen wir, wo nötig, Grünlandpflegemaßnahmen durch. Weniger ist dabei oft mehr. Schleppen und Striegeln bereiten die Fläche für die Mahd vor, indem Unebenheiten, hervorgerufen durch Maulwurfshaufen oder Wühlmäuse, beseitigt werden. Und es regt die Nebentriebbildung und Bestockung an. Allerdings ist hier gerade bei jungen oder empfindlichen Beständen Vorsicht geboten. Zu intensives oder zu grobes Striegeln kann die Grasnarbe merklich schädigen.  Absolute Vorsicht bei Frost! Bei weitentwickelten Beständen (Halmlängen über 15 cm, wir hatten ja schon ein paar schöne warme Tage) sollte nicht gestriegelt werden. Lange Halme richten sich schwerer wieder auf und an feuchten Stellen steigt die Gefahr für Verschmutzungen und später hohen Rohaschegehalten im Futter.

Genießt den Frühling, Ihr Lieben!

Wir beraten Euch gerne vor Ort! Macht einen Termin mit uns!

Liebe Grüße

Eure Christina vom SN-Neuruppin- Team

Fachberaterin im Gebiet Thüringen

 

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