Plus, Minus, Vorbereitung! - Christinas Blog für Milchviehhalter!

Hallo Ihr Lieben!

Wozu braucht Ihr eigentlich die zweiphasige Trockensteherfütterung?

Weil die Futteraufnahme vor der Kalbung merklich zurück geht und die Kühe deshalb eine höhere Energiedichte benötigen, um nicht schon vor der Kalbung in eine angespannte Stoffwechsellage zu kommen?

Damit die Kühe nicht verfetten und trotzdem satt werden und einen großen trainierten Pansen haben?

Für uns ist der wichtigste Aspekt: „Die Kühe dürfen kein Milchfieber bekommen!!!“ Daher achten wir in Phase 2 der Transitfütterung besonders darauf, dass Eure Kühe in der Lage sind nach der Kalbung genug Calcium aus den Knochen zu mobilisieren. Denn mit zu wenig Calcium im Blut ist alles doof! Ca spannt die Muskulatur. Es sorgt dafür, dass sich während der Kalbung die Gebärmutter zusammenzieht; nach dem Kalben nochmal, um die Nachgeburt abzustoßen. Dann muss sie sich noch einige Male zusammenziehen, um sich zu reinigen, ebenso die Zitzen-Schließmuskeln, um keine Milch raus und keine Keime rein zu lassen. Und schließlich kontrahieren die Muskeln des Bewegungsapparates, um das Ganze zu tragen und zu bewegen, zum Fressen, zum Kauen, zum Verdauen. Und am Ende benötigt auch das Herz Calcium zum Blut pumpen.

Um die Nachgeburt loszuwerden, benötigen Eure Kühe schon mal 100g reines Ca. (300g Futterkalk) Wie sollen wir das nur in die Kuh bekommen? Auch mit der Milch verlässt Calcium den Stoffwechsel der Kuh. Pro Liter Biestmilch sind das 2,3g und später 1200 mg Ca pro Liter.

Wenn ein (subklinischer) Ca-Mangel zum Laktationsstart besteht, kommen Eure Kühe nicht in Schwung, fressen zu wenig und haben den erfolgreichen Start in die Laktation bereits verpasst. Das ist bei 25% der Kühe in Deutschland der Fall.

Viele von uns düngen Ihr Grünland mit Gülle. Klar, wo soll die auch sonst hin? Besonders der enthaltene Stickstoff lässt das Gras schön wachsen und verbessert die Chance auf lohnende Erträge. Und Gülle enthält viel Kalium. Dieses Kalium trickst den Stoffwechsel Eurer Kühe aus.

Kalium hat, als Plus-Ion, eine relativ starke alkalische Wirkung auf den Blut-pH-Wert. Genau wie Calcium. Obwohl Ca nicht in die berechnete DCAB Formel rein geht. Eure Kühe vermuten also, dass sie gut versorgt sind. Und machen das, was sie in der Transitphase ja auch sollen: „Sie ruhen sich aus!“ Wenn nun über die Kalbung und mit dem Start der Laktation der Calciumbedarf rasant ansteigt, kann die Kuh Ihre Ca-Mobilisation aus den Knochen nicht schnell genug wieder anschmeißen. In der Folge sinkt der Blut-pH-Wert und die Kuh tut nun alles, um diesen konstant zu halten und zieht das Calcium aus der Versorgung der Muskulatur ab.

Besser ist also, wenn sich Eure Kühe in Sachen Calciummobilisation gar nicht erst auf die faule Haut legen. Das lässt sich verhindern, indem wir den Blut-pH-Wert über die Fütterung spezieller, saurer Minus-Ionen leicht absenken. Ganz wichtig ist, dass dieses Absenken des Blut-pH-Wertes mittels DCAB genau berechnet wird und dann die Harn-NSBA kontrolliert wird. Sonst habt Ihr hinterher mehr Probleme als vorher. Sinkt der pH-Wert im Blut, will die Kuh ihn wieder ausgleichen und aktiviert dazu das hormonelle Calcium-Mobilisationssystem im Stoffwechsel. Mit der Kalbung werden die Minus-Ionen wieder abgesetzt. So kann die Kuh wie ein gut trainierter Spitzensportler in die Laktation starten und hat alles bestens im Griff.

Wenn Ihr Lust auf gesund durchstartende Kühe habt, dann vereinbart einen Termin mit mir oder einem meiner Kollegen!